Februar/März 2020 Zwei Wochen vorher als sonst üblich öffnete die Schule ihre Pforten. Bücher und Hefte wurden noch nicht verteilt, Schulkleidung war auch noch keine Pflicht. 2020 sollte ein besonderes Jahr werden, denn vor genau 10 Jahren wurde unsere St. Anthony’s School feierlich eröffnet. Im April wollte eine 21-köpfige Gruppe aus Deutschland anreisen, um gemeinsam mit Kollegium, Eltern, Schüler/innen und Gästen ein großes Fest zum Jubiläum zu feiern. Um Lieder und Gedichte zu üben, ein Theaterstück zu proben, das Gebäude zu schmücken, und und und … hatte unser Schulleiter Rohit Pradhan Lehrerinnen und Schüler/innen schon Mitte Februar in die Schule gebeten. In diesem Schuljahr unterrichten 13 Lehrerinnen unsere 135 Schülerinnen und Schüler. Unsere Lehrerin, Frau Rakcha Mukhia, schrieb: “The 2020 academic session for all the junior and senior classes started two weeks earlier. It was rejoicing to see our students come to school with happy and smiling faces. Also we extended a warm welcome to the newcomers to the Anthony's family. An assembly was organized where our respected Principal Mr. Rohit Pradhan addressed the students and greeted everyone to the new session. This year our main motto is to "focus on our impossibilities" and to make them possible. This year we have planned again a variety of activities for our students including a grand event (programme) as 2020 is a very important year for the entire Anthony's family. The school will be celebrating its silver jubilee with grandeur and enthusiasm. We are looking forward to have a bright year ahead and make it productive and inspiring for our children.” Ende Februar machte sich schon die 19-jährige Lara auf den Weg von Dortmund nach Darjeeling, um das Schulleben an der St. Anthony’s School kennen zu lernen und das Kollegium bei der Vorbereitung der Jubiläumsfeier zu unterstützen, die für den 8. April geplant war. Hier können Sie Laras Bericht über ihren dreiwöchigen Aufenthalt und die Rückreise in „Corona-Zeiten“ lesen. In Deutschland fieberten die Teilnehmer/innen unserer Jubiläumstour schon lange der Reise entgegen und planten ebenfalls einen kleinen Bühnenauftritt mit Lichtbildervortrag, Reden in Nepali und Englisch und einem Lied. Einige hatten schon das Visum beantragt … Und dann überschlugen sich die Eilmeldungen und all die Planungen der letzten 1,5 Jahre wurden über den Haufen geworfen. Indien hatte schnell entschieden, keine deutschen Touristen mehr einreisen zu lassen. Zuerst machte sich natürlich eine riesengroße Enttäuschung breit – hier in Deutschland und dort im fernen Darjeeling. Doch nun sind wir natürlich alle erleichtert, dass es Lara und zwei anderen Gruppenmitgliedern, die sich schon in Asien befanden, noch rechtzeitig gelungen ist, die Heimreise anzutreten und wir nicht mit unserer großen Gruppe in Indien gestrandet sind. Die Schulen in Indien haben ebenfalls seit dem 16. März geschlossen und es besteht eine Ausgangssperre. Unser Schulleiter hat dennoch positive Meldungen: In Darjeeling gibt es noch keine Meldung über eine Infizierung und die Menschen dürfen das Haus verlassen, um Lebensmittel zu kaufen, die im Moment noch ausreichend und zu normalen Preisen zu bekommen sind. An unserer Schule versucht jede Klassenlehrerin, mit ihren Schüler/innen den Unterricht über WhatsApp-Gruppen so gut es geht zu organisieren. Wie gut dies funktionieren kann, bekommen wir täglich zu sehen und über Sprachnachrichten zu hören. Diese Berichte zeigen ´mal wieder, dass die Menschen in Indien und Nepal Künstler im Improvisieren sind. Hoffen wir, dass diese schwierige Zeit auf der ganzen Welt gemeinsam überwunden werden kann und wir alle daraus lernen werden.